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Was haben der Permakultur, nachhaltiges Bauen und Earthship gemeinsam? 1.Teil

Im ersten Teil diese Blogs betrachten wir die Anforderungen, welche die Permakultur an nachhaltige Projekte, und im Speziellen an die des nachhaltigen Bauens, stellt. Nachdem Klima, Orientierung, Position und der Umgang mit Ressourcen kurz angerissen werden, werden die Überlegungen zur Materialwahl geschildert und die Schritte zum Umgang mit Knowhow/Selbstbau/ gemeinschaftlicher Aspekt dargelegt. Vertraut mit den Kriterien des nachhaltigen Bauens gehen wir dann im zweiten Teil auf die Besonderheiten des Earthships ein und vergleichen, um zu sehen ob ein Earthshipbau auch ein nachhaltiges Bauvorhaben ist. Wir fragen uns: Ist ein Earthship ökologisch oder nachhaltig? Wie geht ein Earthship mit den Ressourcen: Erde, Sonne, Wind, Wasser um? Was wird bevorzugt Nachhaltigkeit oder Autarkie? …


Am Beispiel eines nachhaltigen Gebäudes ist dies leicht nachzuvollziehen. Jedes Gebäude bedarf zum Bau und Betrieb Energie, welche nachhaltig produziert werden kann. Die Menschen, die das Gebäude aufbauen, bedürfen entsprechender Ausbildung und Schulung, sollten Gesund sein, gerecht bezahlt werden und es bedarf auch einer menschenwürdigen Organisation, zusätzlich zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Land. Alles diese Bereiche können so gut wie möglich nachhaltig gestalten werden.


Die rote Spirale die sich durch die Permakulturblüte zieht weist darauf hin, dass das alle diese Bereiche im Laufe der Zeit immer wieder neu thematisiert werden dürfen, um die Entwicklung eines Permakultuprojekts auch immer wieder den aktuellen Gegebenheiten anzupassen und so seine Nachhaltigkeit dauerhaft zu halten. Dabei werden alle Bereiche auf ihre Erfüllung der 3 ethischen Prinzipien der Permakultur geprüft. Das heißt, der achtsame Umgang mit dem Menschen und dem Umfeld, wie auch die Aufteilung des Überschusses muss gegeben sein, damit das Vorhaben als ein Permakulturprojekt gilt.


Damit ein Gebäude im Sinne der Permakultur als nachhaltig eingestuft werden kann, sind einige Kriterien zu erfüllen. Die Planung geht, wie in jedem Permakulturdesign, vom großen Ganzen ins Detail. Es wird also berücksichtigt: Klimazone/Position in der Landschaft/Ausrichtung; vorhandene Ressourcen: Erde/Wasser/Wind/Feuer; Materialien; Knowhow/Selbstbau/ gemeinschaftlicher Aspekt und vieles mehr.



Bis zu den Planungselementen: Erde/Wasser/Wind/Feuer gibt die „Natur“ die Gegebenheiten vor und die Permakultur bezieht konkret Stellung zu folgenden Punkten: erstens, wie der Klimazone entsprechend gebaut werden sollte; zweitens, wo die besten Plätze zum Wohnen sind; drittens, welche Ausrichtung die Fenster haben sollten. Außerdem schlägt Bill Mollision im „Handbuch der Permakultur-Gestaltung“ vor wie Wasser gesammelt und Wind oder Luft zum Kühlen genutzt werden kann und auch wie man sich effektiv vor Feuer schützt. Die Auswahl der Materialien, das Knowhow, die Möglichkeiten des Selbstbaus und der gemeinschaftliche Aspekt hängen allerdings sehr stark von den lokalen und sozialen Gegebenheiten und Fähigkeiten ab. Gehen wir nun die einzelnen Positionen kurz durch.


Kriterien der Permakultur zum Klima: Bill Mollision unterscheidet feuchte, wüstenähnliche und kühle Gebiete, die ihre entsprechenden Anforderungen an die Bauweise stellen. Österreich fällt in die kühle Klimazone, wo die geringere Sonneneinstrahlung wesentlicher Beachtung bedarf. Die Gebäude hier sind nachhaltig ausgestattet, wenn sie sowohl ein Schattenhaus für die Kühlung im Sommer, wie auch einen Wintergarten für das Ernten der Sonneneinstrahlung und als Pufferzone im Winter haben. Aber auch die Position in der Landschaft kann eine wichtige Rolle spielen, so werden in unseren Breiten die Wärmegürtel (etwa zwischen 800-1000m Seehöhe), als ideale Siedlungsgebiete angesehen. Denn in den Tälern senkt sich die Kälte ab und in der Höhe ist es kalt und windig und somit das Klima rauer. Die Ausrichtung der Fensterfront nach Süden, um das Speichern der Sonneneinstrahlung/Wärme zu ermöglichen wird in dieser Klimazone als wichtiges Element angesehen. Für welche Art der Wärmespeicherung man sich entscheidet hängt von vielen konkreten Faktoren ab, wie Verfügbarkeit, Design, persönliche Präferenzen, etc. (Details zu den Klimazonen im Handbuch, Kapitel 5)


Die Beschaffenheit der Erde ist relevant in der Plannung des Wege- und Wassermanagements, aber auch für die Auswahl der Bau-Materialien, diese wird im nächsten Absatz behandelt. Wasser ist in der kühlen Klimazone meist ausreichend vorhanden, um es im Haus zu nutzen. Mit dem passenden Wassermanagement kann das Haus auch vor Lawinen, Überschwemmungen oder auch Murenabgängen geschützt werden. Sonne, Wind und Feuer können uns einerseits Energie spenden und mit entsprechender Bepflanzung können wir uns aber auch vor diesen Elementen schützen. (Details zum Umgang mit Ressourcen im Handbuch, Kapitel 6,7 und 9)


In Bezug auf die Materialien gilt es mehrere Ebenen zu analysieren. Zum Beispiel: als erstes prüfen wir die Beschaffenheit des vorhandenen Bodens, denn das Fundament und der Aufbau der Wände hängt davon ab, ob wir Lehm, Sand oder Steine zur Verfügung haben. Es ist im Sinne der Nachhaltigkeit und damit Priorität die Bauweise den lokalen Ressourcen anzupassen, denn so ist der fossil betriebene Abtransport, wie Lieferung von Baumaterialien zu reduzieren. Die dadurch erreichte Energieersparnis ist enorm und daher sind vor Ort verfügbare Materialien, auch gegenüber natürlichen Baumaterialien, die erst transportiert werden müssen, zu bevorzugen. Denn selbst natürliche Baumaterialien beanspruchen viel (fossile) Energie im Transport und auch in der industriellen Herstellung.


Die Aspekt Know-How/ Selbstbau/ gemeinschaftlicher Bau stoßen an die Grenzen der vorhandenen Fähigkeiten, Bereitschaft und organisatorischen Möglichkeiten der beteiligten Menschen. Daher ist es wichtig (1) die Bedürfnisse des Bauprojekts zu erheben, dann (2) die vorhandenen Ressourcen zu klären und in Folge (3) das Design zu machen und sich (4) für die passende Strategie zu entscheiden. Diese 4 Schritte zur Umsetzung sind nicht als abgeschlossene Schritte zu betrachten, sondern ein vor und zurück gehen ist Teil eines erfolgreichen Planungs-Prozesses.


Im zweiten Teil dieses Blogs gehen wir dann auf die Besonderheiten des Earthships hinsichtlich der Nachhaltigkeit ein.




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